Die großformatigen Fliesen kommen XXL-Fliesen Trend

Worauf es beim Verlegen von großformatigen Fliesen ankommt

Beim Fliesenformat ist ein Trend ungebrochen beliebt: Die XXL-Fliese. Einst als Geheimtipp im hochwertigen Objektbau gehandelt, wächst das Großformat dank stetig optimierter Herstellungsprozesse zuverlässig und beständig über sich hinaus. Und sorgt auch im privaten Wohnungsbau für eine homogene Wand- und Bodengestaltung – quasi aus einem Guss. Mit einer Größe von über drei Metern hat diese Entwicklung ihre derzeitige Spitze erreicht, in der Regel kommen jedoch kleinere Kantenlängen zum Einsatz. Ob Quadrat oder Querformat, verschiedene Ausmaße und Proportionen – 60 x 60 cm, 75 x 75 cm oder 45 x 90 cm beziehungsweise 60 x 120 cm – sorgen für Individualität und bieten für jeden Raum die passende Lösung. 

Warum liegen Großformate im Trend?

Beliebt sind XXL-Fliesen vor allem deshalb, weil die Fugenanzahl bei großformatigen Fliesen deutlich geringer ausfällt als bei den kleineren Varianten. Das liegt an der Rektifizierung der Kanten, zumindest bei hochwertigen Markenprodukten: Nach dem Brennvorgang werden die Kanten extra gerade geschliffen, was die Verlegung schmaler Fugen erst möglich macht. Das Ergebnis ist ein harmonisches, ruhiges Fliesenbild, das optische Weite suggeriert. Unterstützt wird dieser Effekt durch die Wahl der richtigen Fugenfarbe: Bei einer Ton-in-Ton-verfugung bleibt diese letztlich fast unsichtbar. Die Flächenwirkung wird betont, die Atmosphäre beruhigt.

Selbst in kleinen Räumen erschlagen die Sonderformate nicht, sondern schaffen auch hier Klarheit. Allerdings gilt es einige Herausforderungen zu meistern, die beim Verlegen aufgrund der Größe und der zunehmenden Dünne der Fliesen gegeben sind. Das betrifft die Handhabung ebenso wie bauphysikalische Bedingungen. 

Fliesen im Sonderformat verlegen: Darauf kommt es an

Es gibt verschiedene keramische Großformate: Trocken gepresste Fliesen, die in einem Rollenbrandofen gesintert werden und die beliebten dünnschichtigen Fliesen mit einer Dicke von maximal fünf Millimetern, die in einem Elektrobrandofen hergestellt werden. Aufgrund der Sandwichkonstruktion – ein mit Kunstharz beschichtetes Gewebe auf der Keramikrückseite – ist diese Fliesenvariante wesentlich (Last)stabiler, als die trocken gepresste Fliese. Beim Verlegen gilt hier eine einfache Faustformel: „Je größer das Fliesenformat, desto ebener muss der Untergrund sein.“ Eine einfache Untergrundprüfung ist daher nicht ausreichend, um die Untergrundeignung zu beurteilen. Vielmehr wird der Einsatz eines Lasermessgerätes notwendig. Das liegt daran, dass die sogenannten Ebenheitstoleranzen bei XXL-Keramik deutlich unter dem in der DIN 18202 definierten Stichmaß von +/- drei Millimetern/Meter liegt. Je nach Messergebnis muss eine hochwertige egalisierende Bodennivellier- bzw. Ausgleichsmasse verwendet werden. Ein kalkulatorischer Mehraufwand, der bei der Planung auf jeden Fall berücksichtigt werden sollte.

Was noch zu beachten ist beim Verlegen großformatiger Fliesen

Fliesenprofis wissen: Das Verlegen von XXL-Formaten hat so seine Tücken und erfordert Know-how wie Präzision. Der Dünnbrettmörtel muss sowohl auf den Untergrund als auch auf die Fliesenrückseite aufgetragen werden (man spricht vom Buttering-Floating-Verfahren), um kleinere Unebenheiten auszugleichen. Dabei ist selbstverständlich darauf zu achten, dass stark saugende Untergründe vorgestrichen werden, sofern nicht alternativ auf Premium-Dünnbrettmörtel mit besonders langer Einlegezeit zurückgegriffen wird. Zahnungen sollten zudem parallel aufgetragen werden, damit eventuell eingeschlossene Luft entweichen kann. Schließlich darf der Anpressdruck, der üblicherweise zum Entweichen eingeschlossener Luft führt, nicht so stark ausfallen wie bei kleinen, dickeren Fliesen. Auch der Einsatz von Tragehilfen wie zum Beispiel Saugnäpfe hilft, die großen und mitunter unhandlichen Fliesen passgenau zu positionieren. 

Noch ein Tipp zum Thema Verlegemörtel

Da die meisten XXL-Fliesen weitestgehend wasserdampfdiffusionsdicht sind, Feuchte aus dem Mörtel in Folge dessen nicht zuverlässig abtrocknen kann, ist die Haltbarkeit des Haftverbundes gefährdet. Der eingesetzte Dünnbrettmörtel basiert daher bestenfalls auf Ettringbildnern, sprich Aluminatzement und Calciumsulfat. Beide Stoffe sorgen dafür, dass der Mörtel schnell trocknet und erhärtet. Als Alternative haben sich auch spezielle Großformatkleber bewährt. Übrigens: Auch der höhere Mörtelverbrauch schlägt sich in den Kosten nieder. Wer dies auf der Agenda hat, holt sich mit dem Großformat einen echten Trend in die eigenen vier Wände.