10 Tipps für ihren Fliesenkauf Fliesen kaufen

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10 Tipps für ihren Fliesenkauf - Was Sie beim Fliesenkauf beachten müssen

Der Fliesenkauf erscheint zunächst nicht sonderlich komplex: man suche sich die passende Fliese für den eigenen Stil und Geschmack und kauft diese, damit sie anschließend vom Fachmann oder bei ausreichender Begabung und Wissen fachgerecht in den eigenen vier Wänden verlegt werden kann. Doch ganz so einfach ist es tatsächlich nicht. Im Vorfeld sollte man sich zu einigen Aspekten Gedanken machen:

Wo soll die Fliese im eigenen Zuhause verlegt werden? Welchen Anforderungen muss die Fliese deshalb standhalten? Welches Ambiente soll erreicht werden? Wie sieht die perfekte Pflege für die ausgewählte Fliese aus?

Die Antworten auf diese Fragen bieten wichtige Orientierung bei der Auswahl der richtigen Fliese.

Alle wichtigen Antworten rund um die Frage nach der richtigen Fliese und hilfreiche Tipps haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Fliesenarten

Welche unterschiedlichen Fliesenarten gibt es?

Für die Fliesenherstellung werden die Grundmaterialien Ton, Sand und Feldspat eingesetzt. Dieses Gemisch wird im ersten Schritt vorbehandelt, in die gewünschte Form und Größe gebracht und anschließend bei Temperaturen zwischen 1.000 und 1.250 Grad Celsius gebrannt. Als Ergebnis der Stufe der Vorbereitung erhält man einen gebrannten und unglasierten Tonkörper, welcher Scherbe genannt wird.

Je nach Art und Struktur der Scherben werden drei Keramikarten unterschieden:

1. Steingut

Steingut entsteht bei der niedrigsten Brenntemperatur, welche zwischen ca. 850 und 1.000 Grad liegt.

Die Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile von Steingutfliesen (bzw. Steingutscherben) sind:

  • Gute Bearbeitbarkeit des Materials
  • Steingutscherben sind NICHT frostsicher, denn aufgrund der Grobporigkeit liegt die Wasseraufnahme bei mehr als 10%
  • Nur im Innenbereich bzw. im Wohnraum verlegbar
  • Steingutfliesen sind zwar langlebig, aber weniger belastbar und somit ist ausschließlich ein Einsatz als Wandfliese empfehlenswert.

2. Steinzeug

Die Steinzeugscherbe entsteht einer einer Brenntemperatur von ca. 1.000 und 1.100 Grad Celsius. Mit der Hilfe von Feldspat und anderen Flussmitteln wird eine höhere Dichte des Materials erreicht. Aufgrund dieses Verfahrens wird eine geringere Wasseraufnahme gewährleistet sowie bessere mechanische Festigkeit erzeugt.

  • Steinzeugscherben sind somit frostsicher
  • Einsatz ist im Innen- wie auch im Außenbereich möglich
  • Die Steinzeugscherbe kann als Wand- sowie Bodenfliese eingesetzt werden

3. Feinsteinzeug

Im Herstellungsprozess von Feinsteinzeug wird sehr feines Mineralpulver mit einem hohen Anteilen an Quarzen, Feldspaten und anderen Flussmitteln verwendet und unter hohem Druck "trockengepresst". Bei dieser Scherbenart wird die höchste Brenntemperatur von ca. 1.200 Grad Celsius verwendet. So entsteht eine Verbindung mit einer sehr hohen Dichte.

Die daraus resultierenden Materialien haben eine hohe Verschleißfähigkeit wie auch chemische Beständigkeit. Aufgrund der sehr hohe Dichte nimmt das Materials nur in sehr geringem Maße Wasser auf. Die Wasseraufnahme liegt bei unter 0,5 %, somit kann die Feinsteinzeugfliese im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden.

Form, Format und Größe der Fliese

Unter ästhetischen Gesichtspunkten besonders wichtig bei der Auswahl: Form und Farbe der Fliese.

In der heutigen Zeit gibt es eine Vielzahl von Farben und Formen sowie Fliesengrößen. Bei der Fliesengröße oder auch Fliesenform unterscheidet man zwischen kleinen Fliesen wie beispielsweise Mosaikfliesen und sehr großen Fliesen, den XXL-Fliesen.

Die Vorteile der Mosaikfliesen sind eindeutig ihr hohes Gestaltungspotential, so können bestimmte Bereiche perfekt akzentuiert werden. Diese Fliesenform eignet sich ideal für die Wandgestaltung, aber auch die Bodengestaltung. Der Nachteil ist, dass der Zeitaufwand deutlich höher ist beim Verlegen als bei anderen Fliesen.

Das Gegenteil der Mosaikfliesen sind die XXL-Fliesen, die sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit erfreuen. Hier kann eine homogene Gestaltung von Boden und Wand erreicht werden und der Raum, in welchem die Fliesen verlegt werden, wirkt ruhiger und gleichzeitig können kleine Räume deutlich größer erscheinen.

Der Nachteil dieser Fliesengröße ist die Anfälligkeit für Risse & Brüche sowie die Komplexität des Verlegens, welches von einem Fachmann übernommen werden sollte.

Im Handelt gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Größen und Formen, jedoch keine verbindliche Norm. Aber zum Glück haben sich einige Fliesenmaße etabliert:

  • 10 x 10 cm
  • 18 x 18 cm und
  • 15 x 20 cm

Bei Wandfliesen wird häufig mit

  • 13,5 x 19 cm oder
  • 20 x 33,3 cm gearbeitet

Hingegen wird bei Bodenfliesen eher auf die folgenden Maße gesetzt:

  • 20 x 20 cm
  • 25 x 25 cm
  • 30 x 30 cm
  • 30 x 60 cm

Der Einsatzort der Fliese

Die nächste Frage, die sich stellen sollte: Wo soll die Fliese eingesetzt werden? Im Badezimmer, Wohnzimmer oder doch im Eingangsbereich?

Mit bestimmten Verlegemustern und auch Formaten lassen sich die Proportionen von Räumen sehr unterschiedlich gestalten und gleichzeitig verändern.

Die Raumwirkung, die dabei mit beispielsweise einer Bodenfliese und einem bestimmten Verlegemuster erzielt wird, kann völlig unterschiedlich sein. Zudem ist es wichtig, dass sie die passende Farbe auswählen, denn die Raumwirkung / Raumanmutung kann ganz unterschiedlich ausfallen je nach Farbe der Fliese.

Einige Fliesenfarben, die bei KERAMUNDO angeboten werden, sind beige, blau, braun, grau, grün, metallic, rot, schwarz, terracotta und noch viele weitere.

Abriebklasse

Bei dem Einsatzort sollten sie sich auch Gedanken über die Abriebklassen machen. Grundsätzlich werden bei glasierten Steingut-, Steinzeug- oder Feinsteinzeugfliesen fünf Abriebklassen unterschieden (EN-Norm):

  • Abriebklasse 1 - sehr leichte Beanspruchung
    Einsatzgebiet: 
    Privater Wohnbereich: Wandfliesen
  • Abriebklasse 2 - leichte Beanspruchung
    Einsatzgebiet: 
    Privater Wohnbereich mit Wandfliesen im Barfuß-/Hausschuhbereich, Bade- und Schlafzimmer
  • Abriebklasse 3 - mittlere Beanspruchung
    Einsatzgebiet: 
    Privater Wohnbereich: Bade- und Schlafzimmer, Wohnzimmer
  • Abriebklasse 4 - stärkere Beanspruchung
    Einsatzgebiet: 
    Privater Wohnbereich: Wohn-, Ess- und Arbeitszimmer, Küchen, Dielen, Flure und Treppen
    Gewerblicher Bereich: Verkaufsräume, Hotels, Schulen, Sanitär- und Therapiebereiche in Krankenhäusern und Praxen
  • Abriebklasse 5 - starke Beanspruchung
    Einsatzgebiet: 
    Privater Wohnbereich: Wohn-, Ess- und Arbeitszimmer, Küchen, Dielen, Flure und Treppen, Terrassen und Balkone, Garagen
    Gewerblicher Bereich: Verkaufsräume, Hotels, Schulen, Sanitär- und Therapiebereiche in Krankenhäusern und Praxen, Restaurants, Banken, Autohäuser

Trittsicherheit

Ein kleiner Exkurs: Bei gewerblichen Räumlichkeit muss je nach Einsatzort bestimmte Trittsicherheitseigenschaften bei einer Fliese eingehalten werden (Pflicht!). Aber auch im privaten Wohnbereich bieten diese Fliesen viele Vorteile und ein hohes Maß an Sicherheit (z. B. Küche, Diele, Badezimmer, Treppen, Terrassen und Balkone, Garagen).

Man unterteilt die Trittsicherheiten in 2 Gruppen:

  • Für die Begehung mit Schuhwerk R9 - R13
  • Für die Barfußbegehung A, B oder C

Im privaten Bereich wird eine Trittsicherheit der Stufen R9 und R10 für

  • Küchen,
  • Dielen,
  • Treppen,
  • Terrassen,
  • Balkone und
  • Garagen empfohlen.

Zudem werden für das Badezimmer sowie bodenebene Duschen Fliesen mit einer Trittsicherheit von R9/A und R10/B am häufigsten eingesetzt.

Farbnuancen – Farbunterschiede

Herstellungstechnisch sind Farbabweichungen zwischen unterschiedlichen Fertigungschargen möglich und deshalb sollten sie beim Kauf von Fliesen auf die gleiche Brandfarben (Charge) achten und eventuell eine Reserve für später einplanen. Sollte beim Verlegen der Fliesen ein Problem mit dem Verschnitt oder Bruch entstehen, dann kann die Gesamtwirkung darunter leiden. Auch bei späteren Ausbesserungen kann es von Vorteil sein, wenn sie noch Fliesen auf Reserve vorliegen haben.

Ein weiterer Tipp: Fliesen (trotz gleicher Brandfarben) aus verschiedenen Chargen verlegen. So entsteht ein ruhigeres Gesamtbild, denn produktionsbedingte Schwankungen in Farbe und Kaliber werden ausgeglichen.

Verlegen und Verfugen

Beim Verlegen und auch bei der Verfugung sollten hochwertige Materialien zum Einsatz kommen, damit ein optimales Ergebnis erzielt wird. Je nach Beschaffenheit der Fliese (Größe, Steinzeug, Feinsteinzeug, im Außenbereich, mit Fußbodenheizung) sind kunststoffvergütete Materialien (zum Beispiel Flexkleber oder Flexfugen) zwingend erforderlich.

Reinigung

Eine letzte Frage sollten sie sich vor dem Kauf von Fliesen noch stellen: Wie lassen sich die Fliesen reinigen?

Bei bestimmten Fliesenarten, insbesondere im Bereich der Natursteinfliesen dürfen keine säure-haltigen Reinigungsmittel zum Einsatz kommen, denn das zerstört die Fliese. Die beste Möglichkeit ist hierbei der Einsatz von Wasser, wenn dies auch mit einem größeren Kraftaufwand verbunden ist.

Zum Schutz der Fugen sollten sie auf scharfe oder säurehaltige Reinigungsmittel verzichten. Sie lassen die zementären Fugen porös werden und sorgen dafür, dass diese im Lauf der Zeit völlig zerbröseln.