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Hightech-Fliesen reinigen und pflegen

Diese Techniken erhöhen den Pflegekomfort von Fliesen

Hightech-Fliesen bringen jede Menge gute Eigenschaften mit. Veredelt und vergütet sind sie besonders reinigungsfreundlich und schenken mehr Pflegekomfort, als jede andere Keramik. Mit dem positiven Effekt, dass bei der Reinigung nicht nur Zeit eingespart werden kann. Auch der Umweltaspekt ist nicht zu vernachlässigen, denn weniger Reinigung und damit Reinigungsmittel bedeuten auch eine geringere Umweltbelastung. Deshalb greifen immer mehr Menschen bei der Materialwahl ihrer Wand- und Bodenfliesen zu sogenannten Hightech-Fliesen, deren Unterhaltsaufwand vor allem aufgrund drei gängiger Veredelungstechniken der Oberflächen reduziert wird:

  1. Die werkseitige, hydrophile Oberflächenveredelung
  2. Hydrophobe Konzepte
  3. Vergütungsverfahren für unglasierte Fliesen

Allen drei Verfahren ist gemein, dass sie die Oberflächenstruktur insoweit beeinflussen, dass sich der Pflegeaufwand reduziert und der Pflegekomfort entsprechend erhöht. Ob dauerhafte antibakterielle Beschichtung oder werkseitige Vergütung – die Oberflächen sind maximal schmutzunempfindlich, selbstreinigend und antibakteriell. Mit anderen Worten: Fliesen können lange gut aussehen, wenn bereits bei der Planung mitgedacht wird.

1. Fliesen: Die werkseitige, hydrophile Oberflächenvergütung

Bei der hydrophilen Veredelung spricht man auch von einer fotokatalytisch wirkenden Oberfläche, die auf Licht reagiert. Konkret wird der Glasur ein Katalysator auf Basis von gesundheitlich unbedenklichem Titandioxid eingraviert. Kommen Licht, Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit auf der Oberfläche zusammen, gibt es eine chemische Reaktion auf der Fliesenglasur: Aktiver Sauerstoff entsteht. So werden sämtliche Mikroorganismen sofort zersetzt, geruchsbildende und gesundheitsschädliche Pilze, Viren oder Bakterien direkt ‚im Keim’ erstickt.

Ein weiterer Pluspunkt hydrophil vergüteter Fliesenflächen ist der minimale Reinigungsaufwand: Durch den Vergütungsprozess kann die Oberflächenspannung des Wassers so weit reduziert werden, dass das Wasser einen Film auf der Fläche bildet, unter den die Verschmutzung gespült wird und sich somit bequem abwaschen lässt. Tropfen wiederum bilden keine Flecken.

Ein alternatives Veredelungsverfahren setzt auf Silverzanit. Die Silbermoleküle an der Fliesenoberfläche wirken antimikrobakteriell, sie zersetzen Bakterien, Pilze und Keime und verhindern zusätzlich die Bildung von Schimmel.

2. Hydrophobe Konzepte zur Fliesen-Veredelung

Ein ganz anderes Funktionsprinzip ist die hydrophobe Fliesen-Veredelung. Wie der Name schon vermuten lässt, hat Wasser keine Chance, haften zu bleiben. Vielmehr läuft es über auf die Fläche gesetzte, mikroskopisch kleine Reliefs gut ab und nimmt Kalk und Schmutz direkt mit. Besser bekannt ist diese Wirkweise als Lotuseffekt: Wie auch die Blätter der Lotusblüte nur scheinbar glatt anmuten, unter dem Mikroskop jedoch eine vielseitige Struktur aus Noppen und Wachskristallen offenbaren und sich somit an ihrem schlammigen Standort immer sauber halten, sind auch die entsprechend veredelten Fliesenflächen feinteilig strukturiert. Über die entstandenen Rillen perlt das Wasser bei der Reinigung problemlos ab. Durch die Kopie dieses Lotuseffektes entfaltet die Keramik selbstreinigende Eigenschaften.

3. Oberflächenvergütung für unglasierte Fliesen

Während die beiden beschriebenen Veredelungsverfahren bei glasierten Fliesen zum Einsatz kommen, ist die werkseitig aufgebrachte Vergütung eine Technik, die den Pflegeaufwand unglasierter Fliesen vereinfacht. Um das Eindringen von Schmutzpartikeln und Mikroorganismen in die Keramik zu unterbinden, müssen die Mikroporen der Keramik zuverlässig verschlossen werden. Dies geschieht bereits während des Brennvorgangs: die Vergütung verschmilzt direkt mit der Fliese. Eine nachträgliche Imprägnierung der Fliese ist nicht mehr notwendig.

So reinigen Sie Hightech-Fliesen professionell

Werkseitige, hydrophile Oberflächenveredelung, hydrophobe Ansätze oder spezielle Vergütungsverfahren für unglasierte Fliesen: Der Unterhaltsaufwand von Keramik lässt sich durch vielfältige Techniken im Herstellungsprozess vereinfachen. Dennoch: Ganz ohne Putzen kommen selbst Hightech-Fliesen nicht aus. Wichtig ist, die Oberflächen dabei schadlos zu halten. Deshalb sollten Sie auf Kalkreiniger und Scheuermittel komplett verzichten. Gleiches gilt für sogenannte Funktionsreiniger, die Wachs enthalten, für Glanz sorgen oder den Belag ‚nähren’ sollen. Dank ihrer durchdachten Wirkprinzipe reicht es völlig aus, Hightech-Fliesen ausschließlich mit Wasser und einem weichen Tuch zu säubern. Natürlich können im Einzelfall milde Unterhaltsreiniger zum Einsatz kommen. Achten Sie dabei jedoch unbedingt darauf, die Waschsubstanzen gründlich und rückstandslos zu entfernen, um die Eigenschaften der Fliesenoberfläche nicht einzuschränken. Dies gilt im Besonderen für hydrophil veredelte Fliesen, deren fotokatalytisches Reinigungsprinzip nur mit Licht funktioniert. Ist die Oberfläche durch Reinigungsrückstände belegt, wird der Lichteinfall behindert, die Wirkung eingeschränkt.