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Bodenfliesen im Einsatz

Von Grund auf robust

Bodenfliesen finden sich längst nicht mehr nur in Bad und Küche. Im Gegenteil: Fußbodenfliesen sind universell einsetzbar und fühlen sich dank vielfältiger Haptiken und Optiken in allen Räumlichkeiten zu Hause. Gerade im privaten Wohnumfeld erleben Fliesen eine Renaissance, Wohnräume lassen sich mit dem Keramikbelag nicht nur funktional, sondern auch warm und atmosphärisch gestalten, beispielsweise wenn Bodenfliesen in Holzoptik zum Einsatz kommen.

Bodenfliesen: Das ist vor dem Kauf wichtig

Wer sich mit der Thematik auseinandersetzt, sollte bei der Suche nach der passenden Bodenfliese zunächst die künftige Nutzung definieren. Denn bei Bodenfliesen ist generell zu überlegen, welchen Belastungen diese standhalten müssen. Unabhängig von der späteren Nutzung müssen Bodenfliesen nämlich größerer Beanspruchung trotzen als beispielsweise Wandfliesen, Bodenfliesen müssen also widerstandsfähiger sein. So eignet sich zwar jede Bodenfliese auch als Wandfliese, umgekehrt funktioniert dies aber nicht. Einen Überblick über den Einsatz entsprechender Fliesentypen gibt Ihnen die Abriebgruppe.

Abriebgruppe

Anders als sogenanntesunglasiertes Feinsteinzeug ist die glasierte Bodenfliese nicht ganz so belastbar und widerstandsfähig. Die Wahl der richtigen Abriebgruppe ist deshalb entscheidend:

  • Abriebgruppe 1: Sehr leichte Beanspruchung im Barfuß- und Hausschuhbereich wie Bad und Schlafzimmer
  • Abriebgruppe 2: Leichte bis mittlere Beanspruchung im Wohnbereich mit geringer Begehungsfrequenz und wenig Schmutzaufkommen, zum Beispiel im Wohnzimmer
  • Abriebgruppe 3: Mittlere Beanspruchung im gesamten Wohnbereich, speziell in Küchen, Treppen und Fluren
  • Abriebgruppe 4: Starke Beanspruchung wie in Ladengeschäften, Hotels, Schulen, auf Terrassen oder in der Garage
  • Abriebgruppe 5: Sehr starke Beanspruchung von Bodenbelägen mit ‚hohem Verkehrsaufkommen’ und Verschleiß, etwa in Restaurants und Einkaufszentren

Wer vor dem Kauf zudem folgende Fragen beantwortet, ist bei der Materialauswahl schon ein gutes Stück weiter.

  • Werden Fliesen überwiegend barfuß, mit weichem Schuhwerk oder größtenteils mit Straßenschuhen betreten?
  • Sollen die Bodenfliesen in Räumlichkeiten mit viel Publikumsverkehr verlegt werden oder ist die Begehungsfrequenz moderat?
  • Müssen sie das Verrücken oder Herabfallen von schweren Gegenständen aushalten können und widerstandfähig gegenüber Säuren oder Flecken sein?
  • Werden die Bodenfliesen im Trocken- oder Nassbereich verlegt?
  • Sollen sie frostbeständig sein?

Noch ein Tipp für den Fliesenkauf

Ob klassische Fußbodenfliese, Bodenfliesen für das Bad oder Bodenfliese in Holzoptik –achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Kennzeichnung "1. Ware" oder "1. Sortierung", um Fliesenqualität nach EU-Norm zu erhalten. Außerdem sollten immer einige Fliesen auf Vorrat erworben werden. Sollte eine Fliese im Lauf der Jahre einmal zu Bruch gehen, kann sie so einfach ausgetauscht werden.

Welche Fliesenarten können als Bodenfliese genutzt werden?

Viele Keramikfliesen haben sich als Bodenbelag etabliert. Gerade Feinsteinzeug ist ein robustes Fliesenmaterial, das hohen Belastungen standhält und sowohl innen als auch im Außenbereich bedenkenlos verfliest werden kann. Steinzeug bietet ebenfalls eine funktionale Oberfläche, sollte aber nur für Bereiche mit moderater Nutzung gewählt werden. Terrakottafliesen sind beispielsweise Steingut. Aufgrund der Wasseraufnahme sind Steingutfliesen jedoch nicht frostfest und daher auch nicht für den Außenbereich geeignet.

Die Fliese, gerade die Bodenfliese, ist in der modernen Architektur angekommen und macht Bodenbeläge aus Holz und Textil zunehmend Konkurrenz. Kein Wunder: Keramikfliesen in Holz- oder Natursteinoptik haben alle Vorteile hygienischer, pflegeleichter Keramikfliesen auf ihrer Seite und stehen dem natürlichen Look von Holz und Stein dank moderner Druck- und Produktionstechniken in nichts nach. Bodenfliesen in Holzoptik beispielsweise imitieren zumindest optisch fast jede im Markt erhältliche Holzsorte. Eine gute Wahl sind diese Bodenfliesen für alle, denen eine warme, natürliche und wohnliche Optik wichtig ist, die jedoch auf die typische Haptik von Holz oder Naturstein verzichten können.

Tritt- und Rutschfestigkeit bei Fliesen

Je nach Einsatzort und Beanspruchung ist es wichtig, dass Sie sich vor dem Fliesenkauf über Ihre Anforderungen im Klaren sind. Denn: Während für den Außenbereich der Frostschutz wesentlich ist, kommt im Nassbereich verstärkt dem Thema Rutschhemmung eine tragende Rolle zu. Konkret heißt das: Bei Bodenfliesen muss im Gegensatz zu Wandfliesen – gerade in Nassräumen und im Außenbereich – auch die Tritt- und Rutschsicherheit beachtet werden.

Ein paar Faustregeln: Kleinere Fliesen kommen – aufgrund des höheren Fugenanteils – mit höherer Trittsicherheit daher. Außerdem sind unglasierte Fliesen rutschfester als glasierte – dafür aber auch fleckanfälliger. In Privaträumen sollten (mindestens) Fliesen der Trittsicherheitsklasse R9 verwendet werden.

Rutschhemmung und Trittsicherheit

Gerade bei Nässe ist eine gute Rutschhemmung – angegeben in der R-Klasse – ausschlaggebend für einen sicheren Tritt.

  • R9: Rutschhemmung für private Innenbereiche
  • R10-R12: Rutschhemmung für Außenbereiche, Terrassen oder Swimming Pools
  • R11-R13: Rutschhemmung für gewerbliche Zwecke wie Großküchen

Übrigens: Die Auszeichnung der R-Klasse ist vor allem im gewerblichen Einsatz von Bedeutung. Es gibt darüber hinaus jedoch auch trittsichere Fliesen ohne diese Klassifizierung. Fragen Sie Ihren Fachmann!

Bodenfliesen, Teppich oder Holzboden?

Anders als Bodenbeläge aus Teppich und Holz sind Fliesen robuster, was ihre Lebensdauer deutlich erhöht. Ein weiterer Vorteil: Sie sind leichter zu reinigen, nicht entflammbar und lichtecht. Und dass keine chemischen Ausdünstungen durch die Fliesen oder das Fugenmaterial zu befürchten sind, macht Bodenfliesen auch für Allergiker besonders attraktiv.

Im Gegensatz zu Bodenbelägen aus Holz oder Teppich sind Fliesen allerdings kühler. Deshalb werden Bodenfliesen oft mit einer Fußbodenheizung kombiniert. Die optimale Wärmeleitfähigkeit von Keramikfliesen hat in diesem Zusammenhang noch einen zusätzlichen Vorteil: Energiekosten können eingespart werden. Ein wichtiger Aspekt im Wohnungsbau.

Bildquelle:
KERMOS: Aspen, Etna, Evolution, Nepal